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Judo lernen – wie gehe ich vor?

Mann und Frau lernen Judo
Written by redaktion

Judo ist nicht irgendein Kampfsport. Der „sanfte Weg“ unterscheidet sich von vielen anderen Kampfsportarten durch seine Ausübung: Judo ist weniger brutal. Dennoch braucht es viel Geduld, um Judo zu lernen. Große Meister sagen sogar, man werde nie fertig. Wen das nicht schreckt, der verändert sein Leben.

Judo – der sanfte Weg für alle

Judo kann jeder lernen: vom Kind bis zum Greis, ganz egal, ob dick oder dünn, lebhaft oder schüchtern. Lediglich für Kinder wird ein Mindestalter von sechs Jahren empfohlen. Bei bestimmten körperlichen Einschränkungen wie etwa Rückenbeschwerden sollte zudem vorher ein Arzt aufgesucht werden.

Ansonsten ist Judo massentauglich, und das hat seinen Grund: Judo wurde als besonders sanfte Kampfkunst erdacht. Was Ende des neunzehnten Jahrhunderts in Japan begann, hielt darum seinen Siegeszug um die ganze Welt. Heute ist Judo eine olympische Disziplin.

Eine kleine Einschränkung aber gibt es: Zwar kann es jeder lernen – doch nicht jeder tut es. Das hat seinen Grund. Wer Judo lernen will, der sollte eine große mentale Offenheit mitbringen. Er wird nicht nur Kampftechniken lernen, sondern vor allem auch an sich arbeiten. Das umfasst körperliche wie auch geistige Fähigkeiten.

Das lernt man beim Judo

Judo soll mit wenig Kraft viel bewirken. Hier besiegt man den Gegner also nicht nur mit dem Körper, man muss auch seinen verstand benutzen. Dieser Anspruch an Körper und Geist macht Judo so spannend. Natürlich ist auch die Technik wichtig, ebenso wie intensives Training.

Japan ist ein Land, das die Tradition schätzt. Deshalb läuft auch das Training beim Judo immer nach denselben Regeln ab, ganz egal, wo man lernt. Auf eine traditionelle Begrüßung folgen 120 Minuten höchster körperlicher Anstrengung. Sie umfassen ein Aufwärmtraining, danach kommen in festgelegter Reihenfolge Technikübungen sowie Übungen mit einem Partner.

Techniken im Judo

– Fallen
– Werfen
– Bodenübungen

Judo als Selbstverteidigung

Wer Judo zur Selbstverteidigung lernen möchte, sollte sich einen Spezialkurs suchen. Normalerweise hat Judo keine Schlagtechniken. Hier aber wird geübt, Schläge gekonnt abzuwehren. Spezielle Judotechniken machen es möglich: Schläge und Tritte finden nur hier ihren Platz bei diesem Kampfsport.

Wofür auch immer man Judo lernen möchte, man wird davon profitieren. Judo fördert nämlich auch mentale Kräfte:

  • Selbstbewusstsein wird gestärkt
  • Gemeinschaftsgefühl, Kameradschaft werden trainiert
  • Verantwortungsbewusstsein wird gesteigert

Den passenden Trainingsort finden

Wer Judo lernen möchte, sollte sich zunächst einen Überblick darüber verschaffen, welche Schulen es in der näheren Umgebung gibt. Weil das Training mehrmals pro Woche stattfindet, sollte die Schule gut erreichbar sein. Hilfreich sind Verzeichnisse im Internet, im Telefonbuch oder auch beim DJB: Das ist der Deutsche Judo-Bund, der Dachverband der deutschen Landesorganisationen.

Verein oder freie Schule?

Zwar ist es im Verein vielleicht ein bisschen teurer, doch die Vereinsmitgliedschaft hat mehrere Vorteile.

Zunächst ist man automatisch mitversichert, falls einmal etwas passieren sollte. Zudem kommt der Verein für die Weiterbildung der Kursleiter auf, das sorgt für Qualität des Unterrichts. Sollte man später umziehen, kann man nahtlos weitertrainieren, sofern man eine Vereinsschule in der Nähe hat. Auch die Ausrüstung bekommt man häufig über den Verein billiger.

Unbedingt sollte man vor der Entscheidung ein Probetraining absolvieren. Nur so lässt sich herausfinden, ob einem die Sache überhaupt liegt.

Probetraining

Wer einmal mittrainiert, bekommt einen realistischen Eindruck vom Judo. Dabei geht es nicht darum, alles mitzumachen: Viele Übungen eignen sich auch gar nicht für Anfänger. Doch darauf kommt es nicht an, weil andere Dinge im Mittelpunkt stehen.

Wichtig ist vor allem, wie man mit dem Sensei klarkommt, und wie mit den anderen Judoka. Von dem anstrengenden Training jedenfalls sollte sich niemand schrecken lassen. Es ist alles eine Frage der Übung! Nach dem Training lässt sich dann Weiteres klären. Hier wird an erster Stelle die Frage nach der Ausrüstung stehen.

Ausrüstung

Judoka unterscheiden zwischen Standardausrüstung und Zubehör. Die Standardausrüstung benötigt man unbedingt, das Zubehör ist optional.

Standard:

  • Gürtel
  • Jacke
  • Hose

Optionales Zubehör hat seinen Sinn, ist aber häufig bei Wettkämpfen oder im Dojo nicht erlaubt. Danach sollte man sich vor dem Kauf unbedingt erkundigen! Die genannten sind hier auch nur Beispiele. Allen ist eines gemeinsam: Sie dienen dem Schutz empfindlicher Körperteile.

Zubehör (Auswahl):

  • Tatami: Matte für daheim
  • Tiefschutz, Zahnschutz
  • Gelenkschutz
  • Bandagen

Kosten sollten bei der Anschaffung nicht gescheut werden. Die richtige Kleidung vor allem ist wichtig, denn sie erfüllt eine ganz bestimmte Funktion. Sie muss nicht nur weit und reißfest sein, sondern auch den Schweiß absorbieren. Der Gürtel hingegen hat Signalfunktion: Seine Farbe sagt dem Judoka schon von Weitem, mit wem er es beim Gegner zu tun hat.

Judo allein zu Haus?

Besonders als Anfänger sollte man das besser lassen. Die Verletzungsgefahr ist zu groß! Selbst wenn man sich eine Tatami für zu Hause anschafft, darf man die ersten Wochen darauf keine Fallübungen allein durchführen. Der Sensei wird einem sagen, wann man so weit ist. Er gibt auch weitere Anregungen, was sich zu Hause noch üben lässt.

Geduld und Durchhaltevermögen

Wahrscheinlich wird man in den ersten Wochen sowieso Besseres zu tun haben, als auch noch daheim üben. Zwar ist Judo sanft, das Training allerdings ist hart. Neben Muskelkater erwartet den Anfänger darum vor allem eine Geduldsprobe. Auch wenn es scheinbar sehr langsam geht mit den Fortschritten, sollte man unbedingt dabei bleiben.

Der Meister und die anderen Judoka werden Hilfestellung geben, wo es nur geht. So lernt man nicht nur kämpfen – man lernt vor allem Gemeinschaftssinn und Selbstbewusstsein. Das allein ist die Sache schon wert. Drei bis sechs Monate später wird der Körper sich an die neuen Bedingungen gewöhnt haben. Wenn es dann an das „richtige“ Training geht, ist man auf dem Weg zum echten Judokämpfer!

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