Rot und Weiß
Diese beiden Farben tauchen in Japan und auch im Judo immer wieder auf: Beispielsweise die japanische Flagge, der rote und weiße Zusatzgürtel, der rotweiße Gürtel der Dangrade.
Die Farbe Rot (Aka) steht in Japan für Mut, Offenheit, Leidenschaft, Leben, Energie, Kraft und Liebe, Weiß (Shiro) für Rechtschaffenheit, Aufrichtigkeit, Reinheit, Tod, Trauer, Stille und Frieden, also ist sehr gegensätzlich.
Genau diese Farben waren die Clanfarben der wohl bekanntesten Adelsgeschlecher: Minamoto (weiß) und Taira (rot).
In den Gempei-Kriegen im 12. Jhdts. rieben sich diese beiden Familien gegeneinander auf und schrieben so die
Geschichte Japans entscheidend mit. Zu dieser Zeit gab es die amtierenden Kaiser aus der Familie Fujiware und die
Gegenregierungen der abgedankten Kaiser: Der abgedankte Kaiser Sutoku und der regierende Kaiser Go-Shirakawa standen
in einem Erbfolgekonflikt zueinander, so dass es zu einer militärischen Auseinandersetzung kam. Die Taira kämpften auf der Seite des
amiterenden Kaisers, die Minamoto auf der Seite des abgedankten Kaisers.
Zunächst gewannen die Taira, was naturgemäß
für die Minamoto einen Machtverlust darstellte. So begannen sie gegen die Taira zu intrigieren und verloren nochmals.
Kiyomori, der Anführer der Taira, setzte klug seinen Enkel Antiku (der Kaiser war Kiyomoris Schwiegervater) auf den Thron
und wurde somit Regent. Der Hass gegen die Minamoto war so groß, dass Kijomori noch auf dem Sterbebett wünschte, dass
der Kopf Minamoto no Joritomos vor seinem Grabhügel aufgepflanzt werden möge. Wieder gab es Verschwörungen seitens der
Minamoto, die dann zu den Schlachten des Gempei-Krieges führten. Was als Familienfehde begonnen hatte, endete mit der
Besatzung des ganzen Landes durch die siegreichen Minamoto: Daraus entwickelte sich dann das Kamakura-Sho-gunat.
Hinter der gemeinsamen Verwendung der beiden Clanfarben steht wohl der Wunsch nach Einigkeit und Überwindung von
Gegensätzen, wie auch auf tenshukaku.de schön nachzulesen ist:
"Der Träger des rot-weißen Gürtels sollte aber über solche simplen Zwistigkeiten erhaben sein bzw. beide
Pole in sich vereinen (In-Yo Prinzip des esoterischen Buddhismus). Die Balance zwischen den Elementen und
Harmonie sollte angestrebtes Ziel eines modernen Budoka sein."
www.jadu.de/jaduland/asia/japan/text/fujiwara.html
wikipedia.org/wiki/Gempei-Krieg
www.tenshukaku.de/farben.htm